„Kunst und Schönheit in der Eurythmie entstehen dadurch, dass Gesetzmäßigkeit hineinkommt.“

Der eurythmischen Bewegung liegen die Gesetzmäßigkeiten der Sprache und der Musik zugrunde. Und hierin liegt schon eine von vielen Antworten auf die so oft gestellte Frage: Weshalb Eurythmie in der Waldorfschule? Dichtung und Musik werden durch die entsprechenden Bewegungsabläufe am eigenen Körper erfahren und somit intensiver aufgenommen. Dies stärkt die seelische Erlebniskraft und die Fähigkeit zu einem fein differenzierten Wahrnehmen und Fühlen. Der Eurythmie-Unterricht birgt die Möglichkeit, ein tiefgreifend innerliches Verstehen von Musik und Dichtung zu eröffnen.

Weiterhin fördern und entwickeln zahlreiche Geschicklichkeitsübungen die Koordination und das Bewusstsein des eigenen Körpers. Die Orientierungsfähigkeit im Raum und der Sinn für Maß und Proportion werden durch die gemeinsamen Bewegungen geschult.

Ausgesprochen wichtig in unserer heutigen Zeit ist der soziale Aspekt der Eurythmie – die Wahrnehmungsfähigkeit für das Geschehen um uns herum. Durch alle Altersstufen ziehen sich diese pädagogischen Übungen, auch Erwachsene profitieren davon. In der Eurythmie sprechen wir den ganzen Menschen an: Leib – Seele – Geist. 

Ihre Kunstmittel sind die Bewegungen des menschlichen Körpers. Seine ausdruckvollsten Organe, die Arme und Hände, können in hohem Grad das Innere des Menschen offenbaren: Sprache ist zurückgehaltene Bewegung.

Unser Kehlkopf formt die Ausatmungsluft beim Sprechen in einer ganz bestimmten Weise, so dass eine Luftgebärde in den Raum hineingestellt wird. In der Eurythmie ahmen wir diese Luftgebärden durch unsere Arme und Hände, durch die Bewegung des ganzen Menschen nach und machen somit das sichtbar, was unser Sprachorganismus fortwährend ausführt. So ist in der Eurythmie alles darstellbar, was sich auch über Sprache und Musik darstellen lässt. Oder wie ein Schüler einmal einem Erwachsenen entgegnete: „Wenn sie möchten, tanze ich auch Ihren Namen!“.